Ich habe von meinem Neffen ein kleines Teichbecken geschenkt bekommen, dass ich im Herbst eingegraben und bepflanzt und den Winter über fast vergessen habe. Und dann kam der Frühling.
Der Frühling ist für mich eine Ideale Zeit um Gartenprojekte zu verwirklichen. Wenn die Märzenbecher, Himmelschlüssel und Krokusse blühen bin ich gerne im Garten und genieße die Sonne.
Und während ich in der Frühjahrssonne Frauenmantel am Ufer des Teichs gepflanzt habe, kam mir die Idee. Ich könnte doch neben dem neuen Teich ein Hochbeet bauen.

 

Der Platz schien ideal, denn er hat viel Sonne, die Nachbarschaft zum Teich hat auch viele Vorteile wie zum Beispiel gutes Klima  rund ums Beet und der wilde Kirschbaum dahinter hilft mir im Herbst beim Mulchen.

Um die Gartenhütte dahinter etwas hübscher zu gestalten habe ich mir heimische Obstbäume besorgt, auch sie werden in Zukunft mein Beet mulchen.

Dann habe ich begonnen Maß zu nehmen und ein Wühlmausgitter auszulegen. Und ich habe mir einen Schneckenzaun besorgt, der gleich als Einfassung für das Beet dienen sollte. Denn nicht nur unliebsame Nager sondern auch die sogenannten spanischen Wegschnecken können die Freude an einem Beet verderben.

 

Wie es der Zufall so will, bekam ich vom Ziegelwerk Nicoloso  Ziegelbruch und dazu noch jede Menge alte Terracotta-Töpfe geschenkt. Herzlichen Dank dafür!

Ziegel und Terracotta speichern hervorragend Wasser und helfen mir dadurch bei der Bewässerung des Beetes. Außerdem werden sie mit der Zeit durch Frost und Erosion zerkleinert und so sind sie eine ideale Füllung für die untere Schicht eines Hochbeetes.

Einen BigBag Lavasteine hatte ich auch noch herumstehen und so habe ich es besonders gut gemeint und die Terracottatöpfe mit Lavamulch gefüllt und so eine künstliche Sedimentschicht geschaffen.

 

Frischen Baum- und Strauchschnitt habe ich immer im Garten und so kam noch die klassische Hochbeetfüllung auf die untere Schicht.

Für die obere Hochbeetfüllung habe ich meinen “Terra Preta” Kompost, also Kompost mit c.a. 20% Pflanzenkohleanteil, mit Lehm, Ziegel- bzw. Terracottasplit und Lavasteinen gemischt und so Schicht für Schicht das Hochbeet aufgefüllt.Der Kompost liefert dabei die Nährstoffe und der Holzkohlestaub, den ich mir von der Köhlerei Hochecker besorgt habe, bietet Bakterien und Pilzen einen sicheren Rückzugsraum, sodass sich die Erde wieder selbst regenieren kann. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein Anderes mal erzählt werden.

 

Ziegel- und Terracottasplit dienen der Wasserspeicherung, genau wie die Lavasteine die noch dazu für Pflanzen wertvolle Nährstoffe liefern.

Der Lehm bindet das ganze zusammen und verbessert auch die Wasserspeicherung. Damit dieses Konzept funktioniert ist Mulchen besoners wichtig, doch dazu später.
Denn vor dem Bepflanzen und Mulchen habe ich noch den Weg um das Beet angelegt. Dazu habe ich zuerst dick mit Tuhjenreisig gemulcht, denn das verhindert über einen längeren Zeitraum, dass sich Unkraut ansiedelt. Bodendecker bzw. Sandthymian auf der Seite gepflanzt soll dabei auch helfen.

Da ich Edberren liebe und sich Erdbeeren auch als Bodendecker eignen, habe ich hinten noch unterschiedliche Erdbeersorten gepflanzt.

Den Weg habe ich mit Ziegelplatten und Lavamulch ausgelegt. Besonders am Lavamulch können sich der Thymian und Erdberren ansiedeln und so mit der Zeit den Weg etwas begrünen.

Natürlich wird die Deckung des Weges Unkrat nicht dauerhaft abhalten, doch es wird sich in Grenzen halten und einfach zu jäten sein.

 

 

Damit dienen die 2 Blumentöpfe als organischer Düngeroboter. Doch auch das ist eine andere Geschichte und soll ein Anderes mal erzählt werde.Vielleicht hast Du Dich schon gefragt, wieso in der Mitte des Hochbeetes 2 schwarze Blumentöpfe zu sehen sind. Diese Töpfe habe ich später gelocht und mit Kompost gefüllt. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich Wurmkompostierung betreibe, also in meinem Kompost Kompostwürmer leben.

Kompostwürmer verdauen und durchmischen den Kompost und reichern Ihn so mit wertvollen Bakterien und Pilzen an. Wenn sie keine Grenzen haben, gehen sie auch in die umliegende Erde, vorallem wenn sie gemulcht ist.

Denn die Würmer verarbeiten auch den Mulch mit der Zeit in wertvollen Kompost.Damit dienen die 2 Blumentöpfe als organischer Düngeroboter. Doch auch das ist eine andere Geschichte und soll ein Anderes mal erzählt werden.

Ich hatte noch einige Ziegelsteine und reichlich Lavamulch übrig und diese habe ich genutzt um das Teichufer zu Mulchen und zu verschönern. Vielleicht weisst Du jetzt, warum ich mein Beet “The Pirate`s Bay” genannt habe? Und solltest Du bei dem Namen an die bekannte Hacker Plattform gedacht haben, das ist durchaus erwünscht 😉

Die Holhlräume in und unter den Steinen können manchen Nützling als Unterschlupf dienen, wie zum Beispiel Kröten.

 

 

Und auch das ist eine andere Geschichte und soll ein Anderes mal erzählt werden.

Damit die Bäume hinten nicht den ganzen Weg zuwuchern haben sie noch ein Rankgitter bekommen, denn ich will sie auf Spalier ziehen.

Und so sah das fertig bepflanzte Beet aus. Zwischen den Chillipflanzen habe ich dick Mulch aufgetragen. Da er lange hält, gut für die Bodengesundheit sein soll, und regional verfügbar ist verwende ich als Mulch Strohhäcksel von Riegler-Nurscher.

 

p.s.: Wie sich gezeigt hat, funktioniert mein Bewässerungskonzept mit Ziegelsteinen und Mulch sehr gut. Ich hatte schon 2 Jahre reichliche Ernten und trotz jährlicher Dürre musste ich nur selten gießen.

p.p.s.: Inzwischen habe ich den Mulch mit Braunkappen Myzell versetzt, jetzt wachsen auch Speisepilze in meiner Pirates Bay.