Der Winter Eine Eigenkomposition über Leben, Sterben, Wiedergeburt, das Wesen dieser existentiellen Jahreszeit

Der Winter ist für mich eine sehr existenzielle Jahreszeit. Nachdem die Bäume Ihr buntes Blätterkleid im Herbst abgeworfen haben wird dann die Landschaft in einem wunderschönen Weiß überzogen. Die Nächte sind länger als die Tage und auch wenn ich im Winter gerne draußen bin, genieße ich die Zeit vor meinem Kamin, in dem das Feuer vor sich hinknistert, mit einer Tasse heißen Tee. So bietet mir der Winter, mit seiner Ruhe, viel Zeit um in mich zu gehen und Innenschau zu halten.

Genau das habe ich an dem Abend gemacht, an dem ich mein Lied “Der Winter” geschrieben habe. An jenem Tag habe ich erfahren, dass ich, von einem für mich sehr wertvollen Menschen, Abschied nehmen muß. Eben jener Mensch hat gerne, auf seine Art, “gesagt” : “Die Sonne schläft, der Schnee er fällt…”.

Und eben am Abend hat es zu schneien begonnen. Also habe ich es mir mit einer Tasse Tee und meiner Gitarre vor meinem Kamin gemütlich gemacht und während ich dem Knistern vom Feuer zugehört und den dicken weißen Schneeflocken beim fallen zugesehen habe, habe ich das Lied “Der Winter” geschrieben.

Und wäre ich nicht ich, wenn ich in jedem Ergeinis, egal wie schwer es sich im Moment auch für mich anfühlen mag, etwas positives sehen würde. Und so ist es mir auch dabei gegangen, wie ich den Winter geschrieben habe. Denn so wie auf den Winter das Frühjahr folgt, folgen auch auf jeden Abschied viele neue Begegnungen…

In diesem Sinne wünsche ich Dir lieber Sebastian alles Liebe und gute Reise!

Torte Spezial In memoriam Stefan Weber, alles Gute zum 73'ten Geburtstag!

Zugegeben es ist schon ein paar Jahre her, fünzehn um genau zu sein, als ich die Ehre hatte mit dem Drahdiwaberl Mastermind, Stefan Weber, einen Film drehen zu können.

Damals war ich bei UTV – Wien, dem Wiener Univeritätsfernsehen, aktiv, als während der Studentenproteste anlässlich des 3’ten Universitätssparpaket der Wiener Uni-Rektor eine Torte ins Gesicht bekam. Ein Beitrag im UTV-Forum titelte:”Torte Statt Worte” und sogleich kam mir die Idee, dass wir doch Stefan Weber fragen könnten, ob er nicht mit uns einen Satirebeitrag aufnehmen will.

Gesagt, getan, zwei Mitstreiter waren schnell gefunden und eine email an Stefan Weber wurde prompt positiv von Ihm beantwortet.

Und so kam es, dass die Photographin und Ex-Modell Joanna Joy, Daniel Wild damals alias Funky Jesus und ich in einer Studenten-WG in Wien 2 Stunden mit Stefan Weber drehen durften.

Die Handlung war auch klar vorgegeben. Wir spielten Mitglieder, der damals offiziell als Terrorganisation eingestuften “Konditoren ohne Grenzen” bzw. “Biotic Baking Brigade“, die gerade in Ihrem Hauptquartier eine Molotov – Torte zubereiten. Diese Rahmenhandlung wollten wir Stehgreif einfangen.
Der Dreh war toll, die Stimmung gut und wir konnten alle Szenen aufnehmen, die uns spontan einfiehlen. Doch dann bei Schnitt kam die Ernüchterung. 90% des Ton’s war übersteuert und damit unbrauchbar.

Doch wir fanden eine Lösung. Über eine Jam-Session, meiner damaligen Band “Last-Minute-Free-Rock” haben wir die wenigen Tonsegmente gemischt, die brauchbar waren. Um dennoch die Handlung ein wenig nachvollziehbar zu machen, haben wir dann noch einige Szenen in der Wachau nachgedreht.

Und dann kam der Große Moment. Der Film wurde bei einer UTV – Gala im Votivkino gezeigt, bevor er online ging. Ich durfte mich selbst auf einer Kino Leinwand erleben. Und es war großartig, wir haben nach einer kleinen Ruhepause, am Ende des Films, Standig Ovations bekommen.

Stefan Weber, der damals schon am Parkison erkrankt war und im Juni 2018 verstoben ist, wäre heute 73 Jahre alt geworden. Bis vor kurzem war der Film noch online bei UTV zu finden, doch inzwischen leider nicht mehr. Daher habe ich mich entschlossen, mein Schnittarchiv anlässlich seines 73’ten Geburtstages hier online zu stellen.
Ich danke allen Beteiligten für dieses tolle Erlebnis!